von Unheilig
2 1/4 Jahre ist es jetzt her, dass mein Vater gestorben.
2 1/4 Jahre schon bin ich nicht mehr fähig positives zu sehen oder gar zu fühlen.
Seit der Beerdigung meines Vaters fühle ich mich leer, leicht und doch grausam schwer. Lange, sehr lange, habe ich versucht diese Leere, dieses Gefühl zu beschreiben.
Ich dachte immer das die Trauer irgendwann verfliegt oder gar bisschen dahin schwindet, doch um ehrlich zu sein, fühle ich mich seit jenem Tag einfach leer, habe keine Motivation mehr.
In meiner wildesten Fantasie hätte ich mir nie vorstellen können, wie schwer mir es doch fällt über den Tod meines Vaters hinweg zu kommen. Es gab Zeiten da hegte ich den Gedanken, dass der Tod mir nie was ausmachen würde, da dieser ja zum Leben schließlich dazu gehört, doch dieses schwarze Loch meines Lebens hält bis heute an und zieht mich mehr und mehr von Tag zu Tag in sich hinein.
All das Positive welches mich umgibt, erkenne ich nicht, all das Herrliche des Lebens ist für mich einfach nichts. Ich bin eine Masse die vor sich einfach hinvegitiert und doch drehen sich die gedanken um das NICHTS des SEINS.
Seit jener Zeit bin noch weniger in der Lage Gefühle wie Freude, Liebe, Hoffung zu empfinden und in der Schule heuchel ich dieses vor, obwohl ich innlich so leer bin.
Selbst Augen, worin ich mich sonst immer verlieren konnte, besänftigen meine Seele nicht, sie wütet immer noch wild umher wie eine stürmische See und weit ab davon Heiterkeit zu zulassen. Doch sogleich ich ein Wrack im inneren bin, so heuchel ich allen anderen was vor und dabei habe ich kein Schimmer warum ich dieses mache. Normalerweise hasse ich Menschen, die anderen was vorheucheln, doch seit langen bin ich selbst zu einem Heuchler geworden.
Auszug vom Lied aus der Überschrift:
"Es fällt mir schwer ohne dich zu Leben,
jeden Tag zu jeder Zeit
einfach alles zu geben.
Ich denk so oft zurück an das was war,
an jedem so geliebten vergangenen Tag.
Ich stell mir vor das du zu mir stehst
und jeden meiner Wege
an meiner Seite gehst.
Ich denke an so vieles
seit dem du nicht mehr bist...
Es tut noch weh
wieder neuen Platz zu schaffen,
mit gutem Gefühl
etwas neues zu zulassen.
In diesem Augenblick
bist du mir wieder nah,
wie an jedem so geliebten vergangenen Tag.
Es ist mein Wunsch
wieder Träume zu erlauben,
ohne Reue nach vorn
in eine Zukunft zu schau'n..."
Irgendwie bin ich antriebslos..
Verlange nicht viel, doch verlangen tue ich, doch es kommt nichts an.
Ich bin Bandenlos.
Keine richtige Familie, keine Freunde, keine sozialen Banden oder Kontakte.
Das einzige das die Tristheit meines Lebens ändert ist die Schule, doch seit der Disposition von der Lehrkörperschaft ist auch dort jeglicher Funke verflogen und sie quält mich mehr, als das sie mir nützt.
Während ich auf der Schule interessante Charaktere treffe, welche eigentlich eine Geschichte wert sind, so bin ich mittlerweile so verfallen, dass keinerlei Inspiration mehr in mein Hirn fließt.
Mittlerweile bin ich an einem Punkt angekommen, wo ich von mir sage, dass ich eine leere Hülle bin, deren Inhalt verloren ging und jedes Mal wenn was neues hinein gefüllt wird, fließt es unten wieder hinaus. Ich bin ein Schiff ohne Besatzung und Schätze. Aber wenn doch sich mal jemand auf dieses Schiff verirrt, so wird er von der stürmischenSee erneut hinfort gespühlt und jeder neu errungende Schatz fällt von Bord. Ich habe ein riesen Leck welches noch nicht erreichbar ist um es zu pflicken.
Wenn meine Familie wohlhabend wäre, so wäre ich wohl der Zeit wohl mehr als bereit um einen Selbstfindungstrip zu starten.
Denn das ist wohl die passene Beschreibung für mich.
Ich bin ein Mensch der sich selbst nicht mehr kennt und alles was er von sich kannte ist geschwunden.
Ich bin antriebslos, habe keine Ziele mehr
Ich bin leer, habe keine geistige Fülle mehr.
Ich bin ein Wrack, welches jedoch noch nicht bereit ist auf ein Riff zu laufen.
Doch will ich davon laufen.
Neu beginnen, alles neu, nichts altes von mir mehr zu gegen, doch kann ich es nicht,
denn das alte fesselt mich...
Blau-graue Spiegel erweitern mein Horizont ein wenig und doch werden sie mir all zu oft entrissen. Stund um Stund werde ich sie missen.
Blau-graue Spiegel. Mein Heiland und doch so fern, so rar, darf sie nicht mein eigen nennen.
Wenn mich nichts am Leben faziniert, so gibt es doch diese Spiegel die mich entzücken...
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