Sonntag, 7. Februar 2010

Mondschein Sonate

von Beethoven


Hallo, oh heilige Welt da draußen vor der Türe.

Einst beklagte ich hier, an dieser heiligen Stelle, doch das Verhalten meiner Deutschlehrerin wegen ihrer Aussagen und männlichen Diskiminierung, wie, dass männliche Wesen doch keine gefühlvollen Texte verfassen können oder gar poetische Schriften anfertigen können, doch all dieses, ihre ganze Sicht wurde jedoch am vergangenden Freitag gekippt, ja gar zerstört, zerschmettert und zermalmt!

So werde ich nun mal die Eckpfeiler dieses Ereignisses kund geben, damit auch jeder von euch, ihr 2-3 Leute dieses auch nachvollziehen könnt.
Wir nehmen gerade die Lektüre "Die Marquise von O" durch, welches ein Werk vom Autor namens Heinrich von Kleist stammt. Er ist zwar nicht einer meiner favorisierten Autoren, dank des Zerbrochenen Krugs, doch so war die Geschichte doch annehmbar und auch die Sprache sagte mir zu, diese Tatsache wurde schon alleine von der Lehrerin mit rein komischen Blick wahr genommen und doch ist dieses die reale Wahrheit meiner Person, auch wenn die Sätze das eine oder andere Mal ausarten und sich somit in die länge ziehen wie frischer Kaugummi unter der Schuhsohle, doch dieses Phänomen stört mich nicht, da es bei mir auch meist der Fall der Regel darstellt.

Nun gut voran jetzt mit meiner Erläuterung zum Sturze des irrlichen Glaubens meiner Deutschlehrerin.
Als es nun galt, dank einer Aufgabe, ein inneren Monolog der Marquise zu verfassen, welches den Schwerpunkt Gefühl hatte, da sie von ihrem eigenen Vater des Hauses verwiesen wird, wegen unerklärlicher Schwangerschaft. Und so war es nun fortan die Aufgabe meiner Person, diese Gefühle erstmal zu kanalisieren um sie später mit vollendeter Reife auf das Papier niederzuschreiben. Während die "Asse" des Deutschunterrichts sich ganze 2 Schulstunden damit abmüten ein geeigneten Monolog auf das Papier zu ritzen, so verbrachte ich die erste Stunde komplett damit die Gefühle zu analysieren und gelegentlich ein paar Reime auf das Papier zu schmieren, ehe ich anfing mein monologisches Meisterwerk niederzuschreiben. Am Rande erwähnte die besagte Lehrerin, dass wir bitte versuchen sollen die Sprache Kleists bei zubehalten und der Ausdruck sich an jene Zeit orientieren solle. Nun gut wahrlich nicht schwer, dachte sich mein Hirn, welches eine Betriebskapazität von 40% aufwies.

So schrieb ich dann nun meine Erkenntnis der Situation mit all ihren Gefühlen auf und verwendete sprachliche Mittel wie Metaphern und Anaphern und dezente Reime für mein Monolog, auch behielt ich den Hypotaxischen Stil von Kleist bei und so war er dann fertig. 1 1/2 Seiten Monolog des Geistes der Marquise.

Als es dann nun zum vorlesen der Resultate kam, verkroch ich mich doch dezent hinter meiner Hand in meiner stillen Ecke, da ich ein grauenvoller Vorleser bin, Kate Winslet hätte mich bestimmt nicht zum vorlesen eingeladen. Doch als ein "Ass des Deutschunterrichts" ihren Text vorlas und dabei auffiel, dass sie nicht gerade kleistisch geschrieben hatte und dann noch sich nicht auszudrücken wusste und das Wort "Hure" benutzen musste um Gefühl ins Spiel zu bringen, da war mir schon klar, dass mein Text eine Wucht war.
Nun gut, doch auch mit dieser Erkenntnis wollte ich nicht vorlesen...Doch das grauen nahm seinen lauf, als folgene Worte fielen... "Gut...möchte noch jemand sein Monolog vorlesen? Wie wäre es mal mit einem Vertreter der männlichen Riege? Thorben? Du?"

Dabei war die letzte Frage eine retorische und so musste ich mein Werk vorlesen...Während ich mich an meinen Wörtern lang hangelte und das eine oder andere Mal abstürzte, sah ich schon den Blick der Lehrerin. Ich war fertig, nicht nur mit den Nerven sondern auch mit dem Lesen.

Und dann kam jene Aussage, die mich so traf, dass ich dachte, ich wäre auf einem Schlachtfeld und ein Scharfschütze hätte mein Kopf im Kreuz des Gewehres.

"Ich muss ihnen was sagen Thorben."
Ich ahnte nichts gutes, da sie ja sowieso meine Sprache für flapzig und nicht LK würdig hielt.
"Ihr Text gefällt..."
...mir gar nicht, dachte ich, weil es bisher immer so war.
"...Außerordentlich. Er ist ganz toll...", vielleicht hatte sich auch grandios gesagt ka...
"So viel Gefühl und nicht nur ein Gefühl, nein eine ganze Reihe von Gefühlen und Emotionen. Und dann noch die Sprache, genauso wie Kleist, es muss ihnen schwer gefallen sein so zu schreiben, nicht nur weil Sie männlich sind, sondern weil ihre Sprache ja sonst nicht so dolle ist."

Doch während ich mich eigentlich im Schweigen hüllen wollte, brach mein Tischnachbar dieses Schweigen und auch die Kraft ihrer Aussage.
"Er schreibt eigentlich immer so, also schwer ist es ihm sicherlich nicht gefallen."
Von hinten ertönte eine weitere Stimme, die das bestätigte und auch sagte, dass ich diesen Text eigentlich sehr schnell herunter geschreiben habe.

Ja vor allem war die Lehrerin so perplex weil ich als männliches Wesen es doch geschaft habe Emotion in diesen Monolog zu bringen.


Nun dies ist also die kleine Geschichte, welche davon erzählt, dass eine Welt zerbricht und eine andere aufhellt.

Während dieser Text entstand lief derweil 8 Mal das Stück "Mondschein Sonate" durch meine Ohren, weswegen dieser Eintrag auch diesen Namen mit dem Stück teilt. Ein sehr schönes Stück Musik. es besänftigt meine Seele und doch zugleich stimmt es mich traurig, dass in der heutigen Zeit keiner mehr in der Lage ist, solch Werke zu vollbringen, schon alleine diese Tatsache zeigt auf, dass es ein gesellschaftlichen Verfall gibt!

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